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Do it yourself!

Seine Schule demokratischer zu machen ist nicht einfach. Man muss verstehen, dass man zuerst die verschiedenen Personen für die Thematik sensibilisieren muss und kann dann versuchen seine Schule in kleinen Schritten Stück für Stück zu verändern. Grundsätzlich gibt es dabei zwei große Punkte zu beachten:

Diskussionen starten

Ein erster Schritt, um deine Schule demokratischer zu machen, ist es, das Thema erst einmal ins Gespräch zu bringen. Aus unseren Erfahrungen hinterfragen die meisten Personen ihren Schulalltag nicht und haben sich daher auch noch keine Meinung zu der Thematik gebildet.

 

Auf der einen Seite macht es Sinn Lehrkräfte oder die Schulleitung in Gespräche zu verwickeln. Zum einen zeigst du diesen damit, dass Interesse und Motivation an mehr Mitbestimmung bestehen. Zum anderen regst du diese zum Nachdenken an und beeinflusst sie eventuell, sodass sie in Zukunft die Meinungen der Schüler*Innen mehr in den Unterricht einbringen oder themenbezogene Projektideen eher unterstützen.

Auf der anderen Seite kannst du in Gesprächen mit Freunden oder Mitschüler*Innen herausfinden, ob du für eventuelle Projekte Personen findest, welche die Motivation haben dich dabei zu unterstützen. Außerdem kannst du dadurch auch dafür sorgen, dass deine Mitschüler*Innen sich eine Meinung zu dem Thema bilden und bringst die Thematik generell mehr ins Bewusstsein der Schulgemeinschaft.

 

Der offensichtlichste Weg, um Diskussionen zu starten, wäre die jeweiligen Personen einfach anzusprechen. Auch wenn dies meist hilfreich ist, können auch andere Wege oftmals effektiver sein.

 

Zum einen bieten sich verschiedene Versammlungen an, um solche Themen anzusprechen. Je nachdem, wie eure Schule strukturell aufgebaut ist, gibt es als Beispiel Versammlungen aller Klassensprecher oder gewisse Zeiträume, die für Diskussionen innerhalb der Klasse gedacht sind. Sinnvoll dabei wäre es, direkt einfach umzusetzende Ideen vorzuschlagen. Dies bietet den Vorteil, dass über den Vorschlag konkret gesprochen werden kann und ein indirekter Diskurs angeregt wird. Da dein Vorschlag deine Mitschüler*Innen und Lehrer*Innen direkt beeinflusst sind sie automatisch dazu gezwungen sich Gedanken darüber zu machen.

Zum anderen kannst du auch Optionen, wie zum Beispiel deine Schülerzeitung nutzen, um über das Thema zu informieren oder eine Diskussion zu provozieren. Oftmals kannst du bei deiner Schülerzeitung als freier Redakteur auch nur einmalig einen Artikel veröffentlichen, ohne selbst Mitglied zu sein. Jedoch ist dabei jede Schule individuell und kann ganz eigene ähnliche Alternativen anbieten. Der Vorteil hierbei ist, dass du wahrscheinlich mehr Menschen und eine größere Zielgruppe, von Schüler*Innen über Lehrkräfte, bis hin zu Eltern erreichst.  

 

Allgemein lässt sich noch anmerken, dass du auf das richtige Feingefühl achten solltest. Wenn du Personen zu sehr damit nervst oder auf zu radikalen Ideen beharrst, kannst du diese dadurch auch eher abschrecken. In den richtigen Situationen kann ein gewisses Maß an Provokation, aber auch hilfreich sein.

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Aktiv werden

Das primäre Problem ist erst einmal, dass Schüler kaum praktische Rechte besitzt und die Lehrkräfte oder Schulleitung nahezu absolut Entscheidungen treffen können. Das bedeutet, dass das primäre Ziel ist, erst einmal dafür zu sorgen, dass eben diese Lehrkräfte oder Schulleitungen verstehen, dass eine Mitbestimmung der Schüler*Innen funktioniert und sie positive Erfahrungen damit sammeln.

 

Der wohl einfachste Weg ist über gestalterische Projekte. Da diese kaum den Schullalltag betreffen, ist die Wahrscheinlichkeit dafür die Zustimmung zu bekommen am höchsten. Solche Projekte können von Bemalungen der Wände oder Graffitis an der Außenfassade bis hin zur konkreten Gestaltung des Schulhofs reichen. Vorteil dabei ist zusätzlich, dass die Wahrscheinlichkeit von Vandalismus zurückgeht, wenn die Schüler*Innen den Bereich selbst gestaltet haben und dies dadurch auch ein zusätzlich positives Bild bei der Schulleitung erzeugt. Ein Nachteil davon ist aber, dass die reine Gestaltung nur bedingt etwas mit richtiger demokratischer Mitbestimmung zu tun hat und für den Aufwand, der letztendliche Effekt auf den Schulalltag eher enttäuschend sein kann.

 

Auf den Unterricht bezogen, sind die Lehrer in den meisten Bundesländern gesetzlich dazu angehalten, Themenvorschläge der Schüler*Innen in den Unterricht mit einzubeziehen. Auch wenn dies womöglich oft wegen des engen Zeitplans ignoriert werden könnte, macht es doch Sinn, zu versuchen diese Option zu nutzen. Auf der einen Seite kannst du dadurch deinen Mitschüler*Innen zeigen, dass man direkten Einfluss auf den Unterricht haben kann und diese dabei motivieren selbst mehr Einfluss nehmen zu wollen. Auf der anderen Seite kannst du den Lehrern zeigen, dass Interesse besteht, selbst das Unterrichtsgeschehen mitzubestimmen und es normalisieren, dass Schüler*Innen ein gewisses Mitspracherecht haben.

 

Um solche Beispiel-Ideen umzusetzen, kann es sich lohnen, selbst gewisse Gruppierungen zu gründen, welche sich regelmäßig treffen. Falls deine Schule als Beispiel noch keine Schülerzeitung hast, könntest du dich dafür einsetzten eine zu gründen. Oder du könntest mit Freunden regelmäßig Vorschläge zur Schulhofgestaltung ausarbeiten. Solche Strukturen können regelmäßige Mitbestimmung beeinflussen und können für nachhaltige Entwicklungen sorgen.

 

Letztendlich gibt es viele Möglichkeiten mitzubestimmen, eine Liste mit Beispielen zur Inspiration findest du hier.

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